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Jean Cocteau
Zeichnungen
Collection Kinzel-Schilling, Basel
Der Anschluss an die Avantgarde war ihm gleichsam vorgezeichnet. Der französische Dichter, Zeichner, Maler und Regisseur Jean Cocteau ( 1889 – 1963 ) zählt zu den umtriebigsten französischen Künstlern seiner Generation. Früh hat der Sohn aus einer bürgerlichen Familie zum Zeichenstift gegriffen, rasch seine unrühmliche schulische Laufbahn mit literarischen Texten wettgemacht. Cocteau bewegte sich in so unterschiedlichen Bereichen wie Oper, Tanz, Literatur, Mode oder Werbung. In der Zusammenarbeit mit Grössen wie Picasso oder Tristan Tzara wuchs er heran zu einem Schöpfer, der wie kaum ein anderer die Brüche und kreative Explosivität seiner Zeit verkörpert.
Erstmals wird die komplette Privatsammlung Kinzel-Schilling ausgestellt. Bisher waren einzelne Leihgaben daraus in der Ausstellung „Jean Cocteau. Die Rache des Jongleurs“ (Jean Cocteau. La rivincita del giocoliere), die 2024 in der Peggy Guggenheim Collection in Venedig stattfand, zu sehen.
Die grosszügigen Leihgaben aus der Privatsammlung Kinzel-Schilling für FOR ART erschliessen Jean Cocteaus Werk mit Fokus auf seine zeichnerische Könnerschaft. Porträts von befreundeten Weggefährten, unter ihnen Komponisten, Autoren oder Protagonisten der Bühne, rufen die 1920er-Jahre auf – die Zeit des Surrealismus und des Aufbegehrens gegen jede erstarrte Konvention. Intime Bildnisse führen heran an Entwürfe zum Livre Blanc, einer 1928 zunächst anonym erschienenen, autobiografisch motivierten Schrift, die homoerotisches Begehren unverhohlen zum Thema macht. In halluzinatorischer Distanzlosigkeit ringt Cocteau seinem Opium-Entzug Schmerzensblätter ab: Der Rausch, der die Grenzen lockert zwischen Traum, Fantasie und Wirklichkeit, fordert seinen Tribut und schürt die Selbstinszenierung eines modernen, verletzlichen Künstlers. Briefe, Bücher und Plakate legen Spuren aus in ein breites literarisches und verlegerisches Netzwerk.
FOR ART, Rittergasse 25, Basel
Laufzeit: 18. September bis 7. November 2026
Öffnungszeiten: jeden Freitag und Samstag, 11–18 Uhr, Eintritt frei
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