Zusammenfassung:

In diesem Kurzfilm erinnern sich Barbara Langensteiner-Burckhardt und ihr Bruder Leonhard Burckhardt an das Leben ihrer Eltern sowie an die gemeinsame Zeit im Elternhaus, das als lebendiger Mittelpunkt des familiären, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens diente.

Das Haus der Familie Burckhardt war geprägt von Offenheit und Austausch. Besonders der Garten mit Schwimmbad wurde, vor allem an Sonntagen, zu einem lebhaften Treffpunkt für die Grossfamilie. Hier verdichteten sich Alltag und Festlichkeit zu einem selbstverständlichen Miteinander, das den Kindern ebenso prägend wie selbstverständlich erschien.

Der Vater, Martin Burckhardt, wird als ausgeprägt visueller Mensch beschrieben – als Architekt und leidenschaftlicher Zeichner, der mit grosser Leichtigkeit arbeitete und dabei zugleich gesellig blieb. Seine zeichnerische Praxis, etwa die jährlich für Kunden gestalteten Bücher, war intensiv und fordernd. Trotz seiner Begabung stellte er sich selbst eher bescheiden dar.

Seine Interessen gingen weit über Kunst und Architektur hinaus und umfassten auch Sport, Theater sowie insbesondere das städtische Leben in Basel, dem er sich engagiert widmete und stark verbunden fühlte. So stiftete er dem Kunstmuseum Basel den Karl August Burckhardt-Koechlin Fonds zur Förderung von Zeichnungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Dieses Engagement für die Stadt stand in einer familiären Tradition, denn bereits sein Vater hatte als Präsident der Kunstkommission die Eröffnung des neuen Kunstmuseums im Jahr 1939 mitgestaltet.

Das Elternhaus war zugleich ein Knotenpunkt eines weit verzweigten kulturellen Netzwerks. Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Kunstsparten gingen hier ein und aus – Autoren, Musiker, Schauspieler, Künstler und Kuratoren. Unter ihnen befanden sich etwa Friedrich Dürrenmatt, Ernst Beyeler und Rolf Hochhuth.

Besonders prägend waren die frühen Jahre der Art Basel. Die Eltern organisierten Gartenabende mit Bratwurst und Kartoffelsalat, die wesentlich zur Entstehung des späteren Rahmenprogramms der Messe beitrugen.

Auch die Mutter, Veronika Burckhardt, prägte das kulturelle Leben der Familie auf ihre eigene Weise. Sie war stark literarisch orientiert, langjährige Premieren-Abonnentin und pflegte enge Beziehungen zu Theaterleitungen und Museumsdirektoren. Ihr feines Gespür für Qualität zeigte sich in ihren eigenständigen Ankäufen von Kunstwerken, unter anderem von Louise Bourgeois und Mario Merz. Ab Mitte der 1970er-Jahre begann sie zudem, Kugeln zu sammeln – ein Ausdruck ihres Strebens nach Harmonie und Ausgewogenheit.

In der Rückschau schildert Barbara Langensteiner-Burckhardt auch die persönliche Seite dieser Kindheit: Als Kind habe sie die vielen Gäste im Haus bisweilen als belastend empfunden. Erst später sei daraus eine grosse Dankbarkeit erwachsen. Besonders eindrücklich bleibt ihr die Mutter als begnadete Briefschreiberin in Erinnerung – als jemand, der schriftlich Gefühle ausdrücken konnte, die mündlich so nicht gezeigt worden wären.

Aufgezeichnet im März 2026 anlässlich der Ausstellung “Sammlung Martin und Veronika Burckhardt – Von privaten Schätzen und öffentlichem Engagement” bei FOR ART Basel (8. Mai bis 27. Juni 2026).

Kamera: Serkan Deniz
Schnitt: Martin Streitwolf

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