Die erste umfassende Ausstellung in Basel widmet sich dem eigenwilligen Kosmos des Art-Brut-Künstlers Peter Wirz. «Er zeichnete im futuristisch-symbolischen Styl», schreibt Peter Wirz über sich selbst, «verbunden mit Decorationen eigenen Systems und mystisch.» Seinem von Ausgrenzung und Unverständnis gezeichneten Lebenslauf begegnet der Zeichner, Forscher und Erfinder schon früh mit dem Entwurf eines persönlichen Universums. Christlich-abendländische Motive, heraldische Zeichen und typografische Erfindungen sprechen von Würde, Macht und Traditionen. Auch Todesstrafen, Szenen der Folter und Erniedrigung illustriert der Künstler liebevoll im Normformat DIN A4.

Peter Wirz (1915–2000) war der erste Sohn des bekannten Ethnologen Paul Wirz (1892–1955). In den bewegten Lebensentwurf seiner Eltern wollte das kränkelnde Kind nicht hineinpassen. Er wuchs heran bei einem Onkel in der Ostschweiz, dann bei Tanten in Basel, die ihn streng katholisch erzogen. Als Schüler erntete er Kopfschütteln, scheiterte später an Berufslehren und Arbeitsverhältnissen, wurde nach Stationen im betreuten Wohnen auch Patient der Psychiatrischen Klinik Friedmatt in Basel. In seiner Freizeit aber blieb der Hilfsgärtner Peter Wirz vor allem leidenschaftlicher Schöpfer und Interpret seiner Kunst. Voll abgründiger Zärtlichkeit rührt die Parallelwelt der «Wirziana» auch 26 Jahre nach seinem Tod an unsere theatrale Gegenwart.

RAHMENPROGRAMM

Die Ausstellung entlehnt ihren Titel der Publikation von Andres Müry (Vexer Verlag, 2000) und verdankt sich den Leihgaben von: Dadi Wirz, Reinach; open art museum, Stiftung für schweizerische Naive Kunst und Art Brut, St. Gallen (Schenkung Dadi Wirz); Andres Müry, Basel

ERÖFFNUNG
Dienstag, 10. März, 18 Uhr bis 20.00 Uhr

Ausstellung geöffnet 13. März bis 25. April 2026:
Freitag und Samstag von 11 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung (info@klauslittmann.com)

Adresse:
FOR ART – eine temporäre Kunstintervention von Littmann Kulturprojekte
Rittergasse 25, CH-4051 Basel
freier Eintritt

Das Buch Wirziana kann während der Laufzeit der Ausstellung zum Sonderpreis von CHF 30.00 erworben werden (Buchhandelspreis: CHF 48.00).

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