Wir möchten den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern der Doppel-Vernissage «Two times no photos» und vor allem den beiden Künstlern Peter Knapp und Onorio Mansutti ein riesiges Dankeschön aussprechen.

Die Ausstellung dauert bis 4.11.17.

PETER KNAPP, Fotograf
«Schwarz gezeichnet»
SALON DES DESSINS
Tuschzeichnungen & Zeichnungsbücher

Sammlung ONORIO MANSUTTI, Fotograf
«Literatura de Cordel»
COLLECTOR’S SPACE

Literatura de Cordel („Literatur auf der Schnur“) ist eine der ungewöhnlichsten und charmantesten Verbreitungsformen von Poesie. Ursprünglich im 17. Jahrhundert in Spanien und Portugal entstanden, ist sie bis heute in Brasilien, vor allem im Nordosten, lebendig.In Heften von acht, sechzehn, seltener zweiundreissig Seiten verbreiten die Autoren ihre Texte: Märchen, Sagen, Erzählungen, Politsatiren, Biografien berühmter Personen (Banditen, Fussballstars oder Priester), sowie Berichte von spektakulären Ereignissen – alles in Versen und meist in Sechszeilern. An Strassenecken oder Märkten werden sie angeboten. Sie hängen dort an Schnüren nebeneinander wie auf einer Wäscheleine (Cordel).

Peter Knapp
Grafikerausbildung an der Kunstgewerbeschule Zürich 1946-1950. Ecole des Beaux-Arts in Paris 1951/52. Freier Maler und Grafiker in Paris, Brüssel, New York 1952-1959. Art Director der Zeitschrift Nouveau Féminin 1953 und des Kaufhauses Galeries Lafayette 1955. Erste fotografische Arbeiten 1955, erste Modeaufnahmen 1960. Art Director und Modefotograf bei Elle in Paris 1959-1966 und 1974-1977. Modefotograf bei André Courrèges 1967-1987. Seither freischaffender Fotograf, Art Director, Gestalter, Filmer, Maler. Knapp gehörte in den sechziger und siebziger Jahren mit Hans Feurer zu den weltweit erfolgreichsten Schweizer Modefotografen. Nach 1984 Leiter der Ecole Supérieure d’Art Graphique E.S.A.G. in Paris, wo er auch unterrichtet. Publikationen in Stern, Vogue, Sunday Times, Marie Claire. Siebzehn Auszeichnungen des Art Directors Club.

Onorio Mansutti
Onorio Mansutti, Sohn italienischer Einwanderer, machte eine Typografenlehre in Basel und besuchte dort die Kunstgewerbeschule bei Jan Tschichold und Emil Ruder. Während eines Studienaufenthalts in Paris entschloss er sich für eine Karriere als Modefotograf. Nach dem Durchbruch als Fotograf arbeitete er für «Elle», «Harper’s Bazaar», «Vogue» und «Playboy», mit Models wie Twiggy, Veruschka, Grace Jones und Jessica Lange. Neben seiner Tätigkeit als Fotograf führte Onorio Mansutti mehrere Basler Gastrobetriebe, den «Birseckerhof», den «Gundeldingerhof» und das Musiklokal «Atlantis», welches er zwanzig Jahre land betrieb. Während eines Auftrags für die Modefirma Nina Ricci in Brasilien war er beeindruckt von Land und Leuten, aber zugleich schockiert von der Armut und dem Elend der vielen Strassenkinder. 1974 begann er deshalb, Strassenkindern und Kindern aus armen Verhältnissen die Schulbildung zu finanzieren. Für die Finanzierung organisierte er Benefiz-Versteigerungen im «Atlantis» und ab 1984 veranstaltete er alljährlich das Klosterbergfest. Aus diesen Anfängen erwuchs seine Stiftung «Kinder in Brasilien», die 1988 gegründet wurde. 2003 gründete er auf Wunsch des 2002 verstorbenen Stifters Walter Wüthrich die Stiftung «Brasilea» und das gleichnamige Kulturhaus in Basel, deren erster Präsident er wurde.

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